Tauchen

Entdecke das Tauchen

Ein phantastisches Titelbild, ein gutes Layout und auch ausgezeichnete Bilder. Der Verlag hat alles getan, das Buch gut zu gestalten. Der Text dagegen lässt viel zu viel zu wünschen übrig… Auch ein Kinderbuch muss fehlerfrei sein und die Wortwahl darf keine Fehlinterpretation zulassen. Weiterhin sind bei einer derart großzügigen Buchgestaltung Wiederholungen möglichst zu vermeiden. Sie sind auch nicht notwendig, denn es gibt mehr als genug zu diesem Thema zu sagen. Als Autor muss man nur wissen, ob das Buch sich an solche Kinder wendet, die bereits ihren ersten Tauchschein machen dürfen oder noch nicht. Im letzteren Fall allerdings werden sie auch keinen Spaß daran haben…
Wenn das „Tauchen entdeckt“ werden soll, dann bitteschön, hat die Gesamtheit des Tauchens im Mittelpunkt zu stehen und im Wesentlichen nicht nur das Sporttauchen mit seiner heutigen Ausrüstung. Man will nicht nur wissen, wie früher getaucht wurde, sondern vor allem, wie der Übergang vom gehenden Helm- zum Schwimmtauchen erfolgt ist. Davon findet sich nichts. Bei der Schilderung fehlen weitere wesentliche Entwicklungsschritte, und die heutigen Möglichkeiten werden bei weitem nicht alle genannt. So fehlt je ein Kapitel über das Höhlen- und das Wracktauchen, die UW-Fotografie, das UW-Filmen- und andere Beschäftigungen mehr. Selbst das Nitrox- und Tech-Tauchen sind jeweils ein Kapitel wert, ebenso wie die UW-Archäologie und die verschiedenen Zweige des ganz normalen Berufstauchens, z.B. als Forschungstaucher oder bei der Polizei, als Rettungstaucher bei der DLRG usw. Die Übergänge sind teilweise fließend.
Nur in der gegebenen Form über das Apnoetauchen zu berichten, reicht nicht! Weder die einzelnen Apnoe-Arten, noch ungewöhnliche Spitzenleistungen werden herausgestellt, und was über das Schatztauchen gesagt wird, ist einfach lächerlich! Hier lassen sich ungeheure geborgene Werte vorstellen, ebenso wie spezielle Museen oder das Tauchen in Panzertauchgeräten und vieles mehr. Ein Kinder-Sachbuch muss doch nur so vor Spannung knistern und darf nicht langweilig wirken!
Ein Kind, das ein solches Buch geschenkt bekommt, kann also bereits mehr als nur lesen. Da ist es unbedingt nötig, an entsprechenden Stellen ein paar Mehrinformationen zu liefern. Der gesamte Schreibstil gefällt mir nicht und Verweise, wie etwas ausgesprochen wird, kann man sich schenken. Ebenso die ewigen Hinweise, einen ersten Tauchkurs durchzuführen zu müssen: Das ist natürlich Voraussetzung, denn sonst kann das Kind an den beschriebenen Unternehmungen nicht teilhaben, die Gerätschaften gar nicht verwenden… Das Buch verliert seinen Sinn. Steht jedoch der erste Tauchschein an, dann ist lediglich eine allgemeine Einführung notwendig, und alles Weitere bekommt es in diesem Kursus gesagt. Es erhält Lehrmaterial und kann sich zudem Notizen machen, muss eine Menge lernen, und am Ende steht eine anspruchsvolle Prüfung. Die Ausrüstung wird ihm zudem zur Verfügung gestellt. Wichtig wäre allerdings, wo man dies lernen kann und welche Tauchscheine und Sonderbrevets es insgesamt gibt. Doch dazu gibt es wieder keine Aussage…
Unschön sind schließlich gravierende Fehler. Hier nur die wichtigsten: Der Begriff „ABC-Ausrüstung“ orientiert sich nicht am Aussehen von Flossen, Maske und Schnorchel, sondern wurde schon sehr früh von Redakteur Peter Müller der 1. deutschen Tauchsportzeitschrift „Delphin“ (Nr.4, 1959) geprägt. Purer Unsinn der Vergleich eines Helmtauchanzuges mit einem Astronautenanzug. Da gibt es keine gegenseitigen Anleihen. Es gibt auch nicht nur „eine Art“ Rettungsweste, und auch an anderer Stelle gehört das „eine Art“ nicht dazu. Wer Madeira schließlich als „spanische“ Insel bezeichnet, macht sich auch an anderer Stelle unglaubwürdig! Da fehlt ganz einfach viel zu viel! Insgesamt ein Buch, nicht nach meinem Geschmack, das ich leider überhaupt nicht empfehlen kann!

Wolfgang Freihen, im Juli 2017

Rossow, Frank:
Entdecke das Tauchen
Harter Einband mit farbigem Titelbild, Größe etwa 20,5 x 28 cm
64 S. mit vielen farb. Abb.
Natur und Tier Verlag, Münster, 2017
ISBN 978-3-86659-287-2
Preis: 12,80 €

Mermaids: Kleines Handbuch für Meerjungfrauen und Nixen

Wie schon der Titel sagt, ist das Buch wohl eher für Mädchen als für Buben geeignet, obwohl auch diese angesprochen werden. Es geht um das Tauchen mit einer Monoflosse, die in einem wunderschön gestalteten Beinkleid getragen wird, bei dem auch eine Rückenflosse angenäht sein kann. Dieses Kostüm kann man selbst herstellen, aber auch fertig kaufen, und das z.T. zu erheblichen Preisen. Zumeist wird dazu keine Schwimmbrille getragen, zumindest dann nicht, wenn ein Fotoshooting ansteht. Die schönsten Bilder entstehen so in flachem Wasser, meist unmittelbar unter der Oberfläche im Schwimmbad oder an Land, auf einem Stein posierend in freier Natur. Um seinen Schwimmanzug nicht zu beschädigen, lässt am sich am besten ins Wasser tragen. Es gehört die entsprechende Schminke dazu, und zum Delfinstil braucht es natürlich auch ein wenig Übung. Die Grundlagen des Apnoetauchens werden somit genauso beschrieben wie der richtige Umgang mit dem Fischschwanz. Dazu gibt es spezielle Tipps und Tricks vom Profi. Sehr schön auch die Geschichten und Sagen über Wasserwesen und eine Auflistung von Mermaids in Film und TV. Das Ganze ist zauberhaft bebildert von Stephanie Naglschmid, und den Abschluss bilden Adressen und Links zu Meerjungfrauen-Schulen, zu Tauchsportverbänden, zu speziellen Läden mit Mermaid-Ausrüstungen und Fischschwänzen, zu darauf spezialisierten Fotografen usw. Ein allumfassendes Buch zu diesem Thema, sehr lebendig geschrieben, das man nur empfehlen kann.

Wolfgang Freihen, im Juli 2017.

Rodler, Daniela / Naglschmid, Stephanie:
Mermaids
Kleines Handbuch für Meerjungfrauen und Nixen
Broschiert mit farbigem Titel, Größe ca. 21 x 29,7 cm
95 S. mit vielen farbigen Zeichnungen14,9
Verlag Stephanie Naglschmid, Stuttgart, 2017
ISBN 978-3-89594-935-7
Preis: 14,90 €

Aufbruch in eine neue Welt

Auch wenn aus verkaufstechnischen Gründen Hans Hass als einziger Autor genannt wird, so wurde dieses posthume Buch doch von Michael Jung verfasst. Er leitet seit 2000 das Hans-Hass-Institut für submarine Forschung und Tauchtechnik, und er hat aus nachgelassenen Tonbändern, Manuskripten, Interviews, anderen Niederschriften und dem Archiv das vorliegende Buch bearbeitet und in dieser neuen Kompilation zusammengestellt. Es enthält alle wichtigen Ereignisse eines ausgefüllten Lebens und stellt somit ein äußerst beeindruckendes und sehr schönes Werk dar, das nicht nur Hass selbst absolut gerecht wird, sondern es enthält darüber hinaus noch viele neue Details, darunter auch Fotos, die in anderen Hass-Büchern nicht veröffentlicht wurden. Dieses Buch, das gleichzeitig auch in Großbritannien erschienen ist, bietet allen Tauchsportlern, vor allem aber denjenigen, die all die anderen – immerhin 32 (!) Bücher und seine unzähligen Zeitschriftenartikel – noch nicht kennen, sehr viel, denn es berichtet über die schwierigen Anfänge des Tauchsportes bei uns in Deutschland und auch über die moderne UW-Forschung selbst. Darin ist wohl auch von Rückschlägen die Rede, die Hass hinnehmen musste, vor allem aber zeigt das Buch all die anderen Stationen seines bewegten Lebens auf, die herausragende Innovationen, Forschungen und Expeditionen beleuchten, bei denen der Österreicher Prof. Dr. Hans Hass jeweils der allererste gewesen ist – ein großartiges Buch, das jeder Taucher besitzen sollte, und das man uneingeschränkt empfehlen muss!

Wolfgang Freihen, im Januar 2017

Hass, Hans:
Aufbruch in eine neue Welt
Ganzleinen mit Prägung und farbigem Schutzumschlag, Format ca. 23×28,5 cm
164 S. mit vielen farb. Abb.
Heel Verlag, Königswinter, 2016
ISBN 978-3-95843-415-8
Preis: 39,95 €

Deutsches Tauchsportabzeichen Basic / Deutsches Tauchsportabzeichen * (CMAS*): Einfach tauchen lernen

Im vorderen Teil finden wir Interessantes zum VDST. Danach folgt der Lehrteil und es wird über die Grundzertifikate des VDST berichtet. Leider ist nicht zu erkennen, welcher Autor für welchen Teil verantwortlich zeichnet, denn bis hin zu den physikalischen Grundlagen bietet das Buch bei weitem nicht das, was man erwarten sollte. Der Anfang setzt sich deutlich vom hinteren Buchteil ab.
Ein Anfängerbuch gehört nicht mit Theorie überfrachtet. Gleiches gilt für Ausrüstungen. Da gehört nur das Wichtigste erklärt – gerade so viel, um sich das eine oder andere selbst anschaffen zu können. Dazu reichen die gegebenen Hinweise nicht aus. Selbst Sprachliches ist zu bemängeln, doch bleiben wir bei den wichtigsten sachlichen Unzulänglichkeiten: Taucheruhr und Tiefenmesser sind laut Buch die „wichtigsten“ Instrumente des Tauchers. Doch wer taucht heute noch damit? Beide Instrumente wurden schon vor Jahrzehnten im Tauchcomputer integriert, mit dem man den Tauchgang gleichzeitig weit besser kontrollieren kann. Auf die Anschaffung von Uhr und Tiefenmesser kann also verzichtet werden, gleiches gilt für den Kompass. Schließlich wird dessen Handhabung erst im Aufbaukurs „Orientierung“ erläutert. Ebenso hat eine Nitroxflasche nichts bei den Abbildungen für Anfänger zu suchen, und grundsätzlich sollten keine Flaschen mit zwei Ventilen gezeigt werden. Hier bereits von der „zwingenden“ Notwendigkeit zweier Kaltwasserregler zu reden, ist unsinnig! Tauchschüler kommen gar nicht in die Nähe eines vereisten Reglers und können selbst in kälteren Seen einen ganz normalen Automaten benutzen. Ebenso sind nur solche Flaschengrößen aufzuführen, die für Pressluftatmer verbaut werden. Auch die Abbildung des Atemgerätes S. 29 ist unvollständig: Sie endet links unten in einem offenen Schlauch: Die zweite Stufe fehlt völlig.
Auch sonst sind einige Behauptungen nicht nachvollziehbar: Wieso macht es uns Tauchen unmöglich, wenn wir Wasser an die Nase bekommen? Und wieso sollen wir durch den Schnorchel ein- und durch die Nase ausatmen? Das geht an der Realität vorbei. Vor allem gehört die Atmung aus dem Pressluftgerät richtig dargestellt: Beide Atemtechniken dürfen nicht durcheinander geworfen und miteinander verwechselt werden. Das Buch folgt zunächst der natürlichen Technik und unterstreicht das Ganze durch Fotos – die besser weggeblieben wären, denn kurz darauf wird wieder davon abgewichen. Der Vorteil des geringeren Bleigewichts bei der natürlichen Atemtechnik bleibt völlig unerkannt! Auch braucht man keine Bedenken wegen eines Decounfalls zu haben, denn der Tauchschüler taucht mit seinem Ausbilder nur 12 m tief und bewegt sich ausschließlich innerhalb der Nullzeit! Weiterhin gehören bei allen Formeln die Einheiten in eckigen Klammern dahinter, und wenn schon Rechenbeispiele folgen, so haben die selbstverständlich richtig zu sein! Auf den S. 65 und 66 kommt nämlich nicht jeweils „20“ heraus, sondern stets der 10fache (!) Wert: Die Voraussetzungen stimmen also nicht, und wird schließlich von der stabilen Seitenlage berichtet, so gehört auch die mit Bild erklärt!
Dieses Buch, das als das „offizielle Lehrbuch des Verbandes Deutscher Sporttaucher e.V.“ herausstellt wird, enthält zu viele Ungereimtheiten. Dabei hat es einen Lektor. Was aber hat der zum Gelingen beigetragen? Und wieso protestierten auch die Mitautoren nicht gegen solches Geschreibsel? Zwar wird das Buch normalerweise kursbegleitend genutzt, sodass sich dort vieles richtigstellen lässt. Das entspricht jedoch keinesfalls seinem Sinn! So ist denn dieses Sachbuch auch für den Herausgeber VDST absolut kein Aushängeschild, und es hätte dringend eine weit bessere Durchsicht verdient! Es gehört komplett neu überarbeitet!

Wolfgang Freihen, im Dezember 2016

Verband Deutscher Sporttaucher:
Deutsches Tauchsportabzeichen Basic,
Deutsches Tauchsportabzeichen* (CMAS*)
Einfach tauchen lernen
Broschiert mit farbigem Titel, 1. Auflage, Format ca. 14,7 x 21 cm
115 S. mit vielen Abb.
Edition Naglschmid, Stuttgart, 2016; Vertrieb durch Delius Klasing, Bielefeld
ISBN 978-3-667-10285-0
Preis: 12,80 €

Schiffswracks: Auf Spurensuche vor Rügen und Hiddensee

Wracks üben seit jeher eine große Faszination auf Tauchsportler aus. Zwar ist das Tauchen in wärmeren Meeren reizvoller: Die Sichtweiten sind besser, der Bewuchs abwechslungsreicher. Doch gerade die Wracks der Ostsee, eingekeilt zwischen Felsen oder eingegraben im sandigen Umfeld, sind zumeist für Tauchschulen – sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen – nicht nur gut erreichbar. Vielmehr werden solche Ausfahrten zu ganz besonderen Highlights, bieten sie doch, selbst wenn nur noch Spanten aus dem Sandboden herausragen, für UW-Fotografen eine besonders reizvolle Kulisse. Der Bewuchs, überwiegend Wasserpflanzen, Weichkorallen und Seefedern, kontrastiert besonders schön mit dem grünen Wasser. Das Ganze wirkt malerisch und geheimnisvoll, und richtig ideal wird es bei klaren Sichtverhältnissen. Allgemeine Übersichtsaufnahmen werden dann möglich und die Tauchkameraden erscheinen nicht nur schemenhaft auf den Fotos…
Die UW-Archäologie ist noch eine recht junge Wissenschaft. Noch keine 100 Jahre alt, gewann sie erst mit der Weiterentwicklung des Tauchsports Mitte des letzten Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. Zwar wurden auch schon vorher antike Schätze geborgen, aber da waren Archäologen noch gänzlich auf die Dienste von aufrecht gehenden Helmtauchern angewiesen. Bis dahin hatten wir es also mit einer reinen Fundbergung zu tun. Erst als Schwimmtaucher konnten sich jetzt endlich auch Archäologen direkt unter Wasser begeben, und so geht es heutzutage nicht nur um die Bergung einzelner Fundstücke, sondern es können weitaus mehr interessante Fakten auch zum Untergang selbst gesammelt werden. So wird bei besonders interessant erscheinenden Wracks der Sand über dem verschütteten Kiel wegsaugt. Durch den guten Erhaltungszustand werden Details der früheren Schiffsbaukunst sichtbar, von denen wir keine überlieferten Zeichnungen haben, und es lassen sich zusätzliche Funde sicherstellen. Besonders wertvolle Stücke werden sogar konserviert. Es ist klar, dass UW-Archäologen es nicht so gerne sehen, wenn auch „normale“ Sporttaucher zu solchen Fundstellen gelangen können, die möglicherweise sogar besondere, bislang aber weniger beachtete Fundstücke als Souvenir entwenden… Nur die Witterungsumstände allein können hier nämlich schon dazu führen, dass solche Untersuchungen mitunter mehrere Jahre andauern. Deshalb werden solche Untergangsstellen zumeist gar nicht erst bekannt gegeben.
Sehr schön, dass sich das Buch nur mit den Wracks aus der Umgebung von Rügen und Hiddensee auseinandersetzt. Es sind keinerlei Kriegsschiffe dabei, sondern nur solche, die normale Handelsgüter transportierten. Die meisten sind Segler, sehr viel kleiner als heutige Schiffe und zumeist hölzerner Bauart. Der Autor ist einer der bekanntesten UW-Archäologen dieses Gebietes. Er gibt eine allgemeine Übersicht über das Wesen seiner Arbeit, stellt besondere, archäologisch ausgerichtete Vereine vor, auch staatliche Stellen und besondere Suchschiffe, ebenso wie dendrologische Untersuchungen, um anhand der Jahresringe die Wachstumszeit der Bäume und damit das Schiffsalter und u.U. sogar die Identität des entsprechenden Wracks festzustellen. Ebenso werden mühsame Arbeiten in Archiven, alten Zeitungen usw. vorgestellt, wie auch besondere Vergleiche in entsprechenden Museen – alles Arbeiten, die ebenfalls zum Alltag eines UW-Archäologen gehören. Ebenso erhalten wir einen allgemeinen Einblick in die Tauchgeschichte, wenngleich dieser Teil nur kurz gestreift wird. Der hintere Buchteil, der sich ausführlicher mit einzelnen Wracks auseinandersetzt, wirkt besonders reizvoll. Hinweise zu den entsprechenden Untergangsstellen erfolgen aus unterschiedlichen Richtungen, z.B. dann, wenn moderne Wracks eine besondere Gefahr in Schifffahrtsstraßen darstellen, sie können aber auch von Fischern kommen, deren Netze sich verfangen haben oder sie entstammen der Beobachtungen aus Flugzeugen und Hubschraubern, und nicht zuletzt kommen sie auch von Arbeitsstellen, wenn z.B. Rohrleitungen unter Wasser verlegt werden. Die Suche nach solchen Fundstellens kann sich bereits sehr aufwändig gestalten. Insgesamt ein sehr schönes Buch, reich bebildert mit vielen zeitgenössischen Aufnahmen. Sehr empfehlenswert!

Wolfgang Freihen, im November 2016

Förster, Thomas:
Schiffswracks
Auf Spurensuche vor Rügen und Hiddensee
Harter Einband mit chamoisfarbigem Titelbild, Format ca. 24,5 x 21,5 cm quer
144 S. mit vielen Fotos, Zeichnungen, einer Karte und zahlreichen Steckbriefen untergegangener Schiffe
Hinstorff Verl., Rostock, 2016
ISBN 978-3-356-02061-8
Preis: 19,99 €

Unter der Erde – Tief im Wasser

Ein Jugendbuch, das durchaus auch Erwachsenen interessante Erklärungen bieten kann! Das Buch ist schon etwas Besonderes, denn es muss gleich von zwei Seiten angegangen werden. Einmal reicht es von der grünen Einbandseite in die UW-Welt, während es vom roten Rückdeckel bis zum Mittelpunkt der Erde geht. Der Verlag nennt so etwas „Wendebuch“. Die einzelnen, großen Seiten sind jeweils quer bedruckt und mit farbigen Zeichnungen versehen, in die so etwas Ähnliches wie Sprechblasen eingearbeitet sind, die wohl kurze, aber recht präzise Erklärungen zum Dargestellten enthalten. So werden Seen und Ozeane mit ihren Bewohnern beschrieben, detailliert auch Korallenriffe, und ebenso geht es um Wale, Riesenkalmare und dem Leben der Tiefsee. Wir erfahren, warum manches schwimmt, anderes unter geht. Der Wasserdruck wird erklärt, ebenso wie Blue Holes entstanden sind. Dazu beschäftigen sich gleich mehrere Seiten mit der Taucherei. Sehr schön dabei, dass endlich einmal Pressluftflaschen nicht als Sauerstoffflaschen beschrieben werden! Verschiedene Gerätschaften, die Dekompression und künstliche Atemgemische werden angesprochen, wie auch Apnoe- und andere Tauchrekorde, ebenso die Geschichte der Taucherei. Dabei wird u.a. gleich doppelseitig der Tauchanzug der Gebrüder Carmagnolle beschrieben, dessen einziges Exemplar in Paris zu bestaunen ist. Ebenso wird die Geschichte der U-Boote bis in unsere heutige Zeit erklärt, wie auch moderne Tauchboote, die Filmer und Wissenschaftler benutzen, um z.B. die Titanic oder schwarze und weiße Raucher in der Tiefsee aufzuspüren. Mit dem Tiefseeboot von James Cameron geht es gar bis hinab in die tiefsten Tiefen des Marianengrabens. Ebenso werden verschiedene Bohrinseln erklärt. Lediglich vom Kreislauf des Wassers selbst erfahren wir nichts, auch nichts von den verschiedenen Flussabschnitten oder vom Kreislauf der Meeresströmungen, und ebenso wenig von Sprungschichten unserer Seen und den besonderen Gefahren aus tropischen, tiefen Binnengewässern, die ebenfalls durch die Temperaturschichtung, sog. Sprungschichten, bedingt sind. Ansonsten aber ein sehr lesenswerter Band!
Genauso interessant ist der Teil, der den Weg unter unsere Erde weist: So erfahren wir zunächst von grabenden Tieren und solchen, die Höhlen anlegen, aber auch einiges über unsere Gartenpflanzen und besonders tief wurzelnde Bäume. Die Rede ist von unsichtbaren Kabeln und Leitungen, vom Tunnelbau, aber auch von der Welt unter unseren Städten, der Elektrizität, den Frisch- und den Abwasserleitungen und den U-Bahnen. Wir lernen Höhlen und Bergwerke kennen, graben nach Gold, Silber und anderen Elementen, tauchen ein in die grabende Tätigkeit der Archäologen, suchen nach verborgenen Schätzen, lernen Fossilien, die größten Dinosaurier und das tiefste, je von Menschen gebohrte Loch in der Erde kennen, bevor wir uns mit der Geologie auseinandersetzen, den einzelnen tektonischen Platten, Vulkanen und Geysiren. Zum Schluss erfahren wir noch alles Wesentliche über den Aufbau unserer Erdkugel bis hin zum Mittelpunkt unseres Planeten.
Unklar lediglich, wie sich die beiden Autoren wirklich schreiben: Jedenfalls sind die Angaben auf dem Einband und im Impressum unterschiedlich… Trotz dieser Anmerkung ein sehr empfehlenswerter Band!

Wolfgang Freihen, im November 2016

Harter Einband mit farbigen Titelzeichnungen, Format ca. 28 x 37,8 cm
Wendebuch zweiseitig benutzbar, 47 und 65 S. mit sehr vielen farb. Zeichnungen
Moritz Verl., Frankfurt/Main, 2016
Mizielinski, Aleksandra und Daniel
ISBN 978-3-89565-330-8
Preis: 29 €

Schönheit besiegt Angst: Wie ich unter Haien ein freier Mensch wurde

Die lesenswerte Autobiographie eines der besten Haifischfotografen unserer Zeit. Das Buch ist jedoch nicht nur für Tauchsportler interessant, sondern auch ein „Mutmachbuch“ für alle anderen, die plötzlich vor einem Aus stehen und nicht so recht weiterwissen. Hier lässt sich nachlesen, wie wichtig es ist, eigene Grenzen zu überwinden und sich auch dann zu bewerben, wenn man etwas nicht gelernt hat, man sich aber durchaus zutraut, den Anforderungen gerecht zu werden. So etwas gehört allerdings nur mündlich und nicht schriftlich vorgetragen! Weiterlesen “Schönheit besiegt Angst: Wie ich unter Haien ein freier Mensch wurde” »

Mission Titanic: Tiefseeexpeditionen zum berühmtesten Wrack der Welt

Ein ganz besonders bemerkenswertes Buch            !! Das gleich in mehrerer Hinsicht. Einmal ist es ein ungewöhnliches Titanic-Buch, denn es enthält das Wichtigste zu einigen Dokumentarfilmen, für die der Autor drei Expeditionen in MIR-Tauchbooten zur Untergangsstelle dieses Luxusliners unternommen hat, und zum anderen liest es sich teilweise wie eine Autobiografie, die sehr viel über das Wesen des Autors, sein Denken, seinen persönlichen Einsatz, sein technisches Können und seine Kreativität aussagt. So erfahren wir, dass er schon früh mit dem Tauchsport begonnen hat. Cousteau war sein Vorbild, dazu knüpfte er Kontakte zu anderen UW-Forschern, baute noch als Bub ein Modell eines UW-Labors nach, hatte hochfliegende Pläne und war gleichzeitig sehr an der Geschichte der Titanic interessiert. Weiterlesen “Mission Titanic: Tiefseeexpeditionen zum berühmtesten Wrack der Welt” »

Das wahre Buch der Fische

Ein besonders reizvolles Buch mit vielen Cartoons, das nicht etwa für Kinder, sondern vor allem für uns Erwachsene selbst gedacht ist, und das uns einen deftig „fischigen“ Spiegel vorhält. Tiefgründig, reizend aufgebaut, gut durchdacht und mit einem Wording, das zusammen mit den Zeichnungen meist den Nagel exakt auf den Kopf trifft, das einen zum Schmunzeln bringt, zuweilen auch zum richtigen Lachen herausfordert, aber mit seinem manchmal ausgesprochen „tief“-schwarzen Humor auch zum Nachdenken anregt! Eine großartige Lektüre, in der Prominente ebenso auf die Schippe genommen werden wie wir selbst. Weiterlesen “Das wahre Buch der Fische” »

Legendäre Schiffswracks: Von der Arche Noah bis zur Titanic

Na ja – eine unterhaltsame Lektüre, leicht lesbar, gut verständlich geschrieben, mitunter sogar spannend – ein durchaus netter Zeitvertreib, aber kaum mehr. Zwar vermag das Buch bei relativ unbekannten Wracks, einigen allgemeiner gehaltenen Kapiteln  und dem  über das Abwracken ausgedienter Schiffe dem interessierten Leser einige Neuigkeiten zu bieten, aber im Allgemeinen erreicht es leider nicht den Tiefgang, wie man dies sonst von den anderen Büchern des Theiss Verlages kennt. Weiterlesen “Legendäre Schiffswracks: Von der Arche Noah bis zur Titanic” »