Meeresbiologie

Quallen: Von der Faszination einer verkannten Lebensform

Einer der bedeutendsten, deutschen Zoologen, Ernst Haeckel, veröffentlichte schon ab 1879 eine großartige, mehrbändige und großformatige Monographie mit phantastischen Zeichnungen über „Das System der Medusen“. Mittlerweile sind viele neue Arten zu diesen glibberigen Tieren hinzugekommen. Man weiß auch mehr darüber, und doch setzt man sich erst in neuerer Zeit näher damit auseinander. Nur der kleinste Teil davon, nämlich 50 der faszinierendsten Arten werden in diesem Buch vorgestellt, wobei nicht nur Medusen und Staatsquallen beschrieben werden, sondern auch andere nicht damit verwandt Arten, Rippenquallen etwa und auch die quallenähnlichen, im freien Wasser lebenden Salpen und deren Verwandtschaft. Sehr gewissenhaft und ausführlich setzt sich die Autorin in fünf längeren Kapiteln mit diesen Tieren auseinander: Der Anatomie, dem Lebenszyklus, der Taxonomie und Evolution, der Ökologie und allen möglichen Umweltfragen, wobei die einzelnen Kapitel und Unterkapitel jeweils über eine Doppelseite gehen, gefolgt von Artensteckbriefen, die von ganzseitigen, farbigen Fotos im Dunkelfeld begleitet werden. Quallen gehören zu den ältesten Niederen Tieren, die schon seit rund 500 Millionen Jahren durch die Meere schweben. Die meisten sind klein, einige kleiner als ein Sandkorn, andere nur im Millimeter- oder Zentimeterbereich, dazu durchsichtig. Nur verhältnismäßig wenige faszinieren UW-Fotografen, vor allem größere Arten, darunter solche, die Schirme bis zu drei Metern im Durchmesser messen, sehr schwer werden und 30 m lange Tentakel besitzen, oder die durch ihre Zeichnung auffallen. Die größte ist die Riesenstaatsqualle, die aus vielen einzelnen Organismen besteht und Tentakel über 50 m Länge besitzt. Quallen besiedeln sämtliche Meere, selbst das Süßwasser, auch kalte Meere und die Tiefsee. Vielfach leicht zerbrechlich, werden heute ganz besondere Fangmethoden angewandt. Manche Arten sind völlig ungefährlich, andere wie kleine Würfel- und Irukandjiquallen, die nicht nur nesseln können, sind gar in der Lage, Schwimmer und Badehungrige innerhalb kürzester Zeit zu töten. In Südostasien werden Quallen auch gegessen und gelten dort als knusprige Delikatesse mit Pfiff! Es sind äußerst faszinierende Tiere, wobei die unscheinbare, nur erbsengroße Qualle Turritopsis dohrnii gar unsterblich ist! Vor allem heute können Quallen teilweise in ungeheuren Schwärmen auftreten, ausgelöst durch den Klimawandel, die Versauerung der Meere, durch Überfischung, das Plastikmüllproblem, eingeleitete Chemikalien und andere Maßnahmen. Sie können damit zur allgemeinen Bedrohung werden, zu aufwändigen, technischen Störungen führen und sind gar in der Lage, ganze Lebensräume auf ein niedrigeres, biologisches Niveau zurück zu verwandeln. Damit können diese Tiere, denen man bisher nur geringe Bedeutung beigemessen hat, letztlich auch für uns Menschen gefährlich werden. Es wird Zeit, diesen Besonderheiten eine weit höhere Aufmerksamkeit zu schenken! Insgesamt ein Buch, das eigentlich nicht nur Taucher und Aquarianer, sondern einen jeden begeistern und zum Nachdenken anregen muss!

Wolfgang Freihen, im Oktober 2017

Gershwin, Lisa-ann:
Quallen
Von der Faszination einer verkannten Lebensform
Fester Einband mit farbigem Titelbild, Größe ca. 21,7 x 24,6 cm
224 S. mit vielen farbigen Abbildungen
Edition Delius im Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2017
ISBN 978-3-667-11024-4
Preis: 29,90 €

Netzwerk Korallenriff: wertvoller als google, apple & Co

Der Untertitel schien mir anfänglich zu weit aufgetragen, aber beim Lesen stellt man schnell fest, ein ganz besonderes Buch vor sich zu haben. In der Tat ist es derzeit das umfassendste seiner Art! Der Autor geht wohl in seiner Betrachtungsweise sehr weit zurück und weist u.a. auf riesige Gebirgszüge hin, die im Laufe von Jahrmillionen durch die Arbeit kleiner Korallenpolypen entstanden sind. Damit wird klar, dass diese Tierchen weit umfangreichere Bauten errichtet haben als etwa wir Menschen. Aber noch etwas anderes wird deutlich: Bücher dieser Art, für die Allgemeinheit geschrieben, müssen ganz einfach umfassend sein. Nur so werden Facetten und Zusammenhänge sichtbar, die zuvor manchem verborgen geblieben sind. So wussten durchaus auch andere Autoren Bescheid über die Gebirgsbildung, aber ihre Bücher setzten anders an: Sie berichten über ein bestimmtes Gebiet, dort vorkommende Riffe und deren heutiges Aussehen. Hier aber geht es um die Korallen ganz allgemein, ihre Bedeutung, ihren gegenwärtigen, gefährdeten Zustand und um deren Zukunft. Dabei werden tropische und subtropische Flachwasserriffe ebenso angesprochen, die uns Tauchsportler begeistern, wobei die meisten allerdings noch nicht einmal zwischen früher, vor etwa 50 oder mehr Jahren und heute unterscheiden können. Vielmehr geht es auch um Tiefseeriffe, die man vor wenigen Jahren noch überhaupt nicht kannte, und die auf ganz andere Weise ebenso weltumspannend existieren. Sie allesamt werden durch die Meeresversauerung, die Klimaerwärmung und viele andere menschliche Eingriffe ebenso bedroht, wie durch zunehmend sich stärker auswirkende Naturkatastrophen. Dadurch nehmen sie gewaltig ab. Dabei sind Riffe nicht nur für den Küstenschutz auch in Zukunft äußerst wichtig, sondern sie können auch mit dem allmählich ansteigenden Meeresspiegel weiter nach oben wachsen.
Korallenriffe lösen mit derartigen Möglichkeiten den Urwald als wichtigstem Lebensraum ab. Wo andere nur wenige Worte brauchen, benötigt der Autor über 30 Seiten, um allein die komplexen Lebensmöglichkeiten der Polypen zu beschreiben. Dabei geht er auch auf deren Fortpflanzung ein, die in verschiedenen Ozeanen zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet, ebenso auf die Zooxanthellen, die mit Steinkorallen in Symbiose leben – der wohl großartigste Schritt beim Recycling überhaupt! Gleichzeitig zeigt er das außerordentlich enge Wärmeprofil auf, in dem diese Pflänzchen leben können, und er weist auf über 40 Arten hin, die teilweise auch höhere Temperaturen vertragen. Damit wird ein Hoffnungsschimmer gesetzt, Riffe auch bei steigenden Temperaturen am Leben zu erhalten. Die Akteure müssen „nur“ rechtzeitig zusammenfinden, um ihr Leben nicht während der Korallenbleiche zu verlieren. Ebenso beschreibt er ganze Riffe, für die die Bezeichnung Netzwerk besonders gut gewählt ist. Schließlich haben wir es nicht nur mit Steinkorallen, sondern auch mit Schwämmen, Leder- und Hornkorallen zu tun, auch mit Pflanzen und vielen verschiedenen Rifffischen und Räubern, mit Krebsen, Weichtieren und anderen mehr, die allesamt abwandern, wenn Riffe tatsächlich verschwinden sollten. Wir nehmen Teil bei einem Blick in das Herz der Evolution und können nur hoffen, dass die Korallenriffe letztlich doch überleben werden. Der Autor folgt neuesten Forschungsergebnissen, berichtet über wichtige Medikamente aus den Riffen, und doch vermisste ich einiges: So berichtete nicht nur Darwin über Atolle, sondern z.B. wurde Hans Hass in den Malediven zu einer weiteren Theorie veranlasst, die durchaus ihre Berechtigung hat. Auch der Beitrag über von Gleichstrom durchflossene Baustahlgeflechte zum Nachwachsen ist mir etwas zu kurz. Trotzdem ein Buch, das man nur empfehlen kann!

Wolfgang Freihen, im Juli 2017

Krimmer, Heinz:
Netzwerk Korallenriff
Wertvoller als Google, Apple und Co.
Broschiert mit ausfaltbarem Einband. Innen mit Karte der „normalen“ und Tiefseekorallenriffe, Einband mit farbigem Titel, Größe ca. 13,7 x 21,5 cm
224 S. u. zahlreichen Bildern auf Tafeln
Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 2017
ISBN 978-3-440-15447-2
Preis: 19,99 €

Das Korallenriff-Aquarium – Band 2: Aquarientypen, Einrichtung, Krankheiten

Schon der 1. Band mit dem gleichen Titel aus demselben Verlag hatte mich sehr bestochen! Und wenn man sich außerdem noch vorstellt, dass das alles auf eine sehr viel kleinere schwedische Ausgabe vor 27 Jahren zurückgeht, dann kann man nur begeistert sein, dass es das Buch – Verzeihung, die Bücher, und die auch noch sehr viel umfangreicher – noch immer gibt! Ähnlich wie der 1. Band besticht auch dieser wieder durch seine Vielzahl an Farbaufnahmen, die nicht nur Korallenriff-Aquarien, sondern teilweise auch echte UW-Aufnahmen und darüber hinaus Krankheitsbilder, Lebendgestein, Algen und alle möglichen anderen Aquarienbewohner zeigen. Es ist erstaunlich, in welcher Art und Weise sich unser Wissen und die Technik weiterentwickelt hat, sodass heutzutage viele Arten gehalten werden können, die früher ganz einfach unmöglich waren. Das ist allerdings nicht ganz einfach zu bewerkstelligen und das Buch war nicht leicht auszuarbeiten! Es überzeugt vor allem dadurch, dass es absolut dem heutigen Stand entspricht. Es enthält außer dem imponierenden Text und all den herrlichen Fotos sehr viele Informationskästen und darüber hinaus ein ausgezeichnetes Literaturverzeichnis, sodass es (zusammen mit dem 1. Band) nicht nur wertvolle Tipps für Neueinsteiger enthält, sondern auch „alten Hasen“ als erstklassiges Nachschlagewerk dienen kann. Ebenso ist das Buch auch für UW-Fotografen (ein wissendes Auge sieht ganz einfach mehr!) und ganz normalen Tauchsportlern äußerst empfehlenswert!!

Wolfgang Freihen, im Mai 2017

Fosså, Svein A. / Nilsen, Alf Jacob:
Das Korallenriff-Aquarium, Band 2
Aquarientypen, Einrichtung, Krankheiten, Lebendgestein, Algen
Fester Einband mit farbigem Titelfoto, Format ca. 17,5 x 23,5 cm
495 S. mit vielen farbigen Fotos und Informationskästen
Natur-und-Tier-Verlag, Münster, 2016
ISBN 978-3-86659-073-1
Preis: 48,00 €

Plankton: Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane

Phantastisch! Endlich ein Sachbuch, das Seinesgleichen sucht! Es gibt eine ganze Reihe wissenschaftlicher Werke, die sich ausschließlich dem Plankton widmen, aber bisher kein einziges, das für die Allgemeinheit bestimmt ist und entsprechende Erklärungen bereithält. Hier ist es nun – großformatig und mit vielen hervorragenden, computergenerierten Farbfotos versehen. Es kann deshalb auch als Bildband betrachtet werden. Dabei auch einige der großartigen Zeichnungen von Ernst Haeckel. Ja, wir finden sogar ein Suchbild, um beim Blick auf eine Planktonprobe verschiedene Organismen zu erkennen, und wir können durch zahlreiche Icoons zusätzliche Webseiten mit weiteren Informationen aufzuschlagen. Hinzu kommen sehr interessante Texte, nicht nur Bildbeschreibungen, sondern auch Kapitel, die sich mit all den Wesen auseinandersetzen, die dem Plankton zugehörig sind. Allerdings sind die Texte nicht immer leicht zu lesen, was jedoch nicht negativ zu verstehen ist. Nur der kleinste Teil der Planktonorganismen kann natürlich bildlich dargestellt werden. Insgesamt macht das Plankton, selbst wenn man die meisten Organismen wegen ihrer Winzigkeit nicht sehen kann, 95% des gesamten Lebens im Meer aus. Das Buch beschäftigt sich mit der Entstehung des Lebens und dem Plankton weltweit. Ihm gehören die meisten Organismen des Meeres zumindest zeitweilig an. Plankton besteht aus Eiern von Fischen und Korallen ebenso, wie den Jugendstadien der verschiedensten Tierklassen und selbst größeren Tieren, wie etwa Quallen. Darunter auch diejenige, der man bislang als einzigem Organismus Unsterblichkeit zuschreibt, da sich ihre Entwicklung umkehren kann – von einer Meduse zurück zum Polypen. Manche, wie etwa Staatsquallen, können aber auch über 30 Meter lang werden. Die meisten anderen allerdings sind so winzig, wie etwa Bakterien und viele andere, dass man sie nicht ohne Mikroskop erkennen kann. Schließlich gehört auch das pflanzliche Plankton dazu, welches immerhin rund 50% unseres Luftsauerstoffs produziert.
Unter dem Begriff Plankton versteht man all jene Organismen, die aus eigener Kraft nicht gegen Strömungen anschwimmen können, sondern sich vom Wasser dahintreiben lassen. Es kann auch nicht in der Tiefsee existieren, sondern kommt nur in den lichtdurchflutenden Zonen des Meeres vor. Es stellt die ersten Stufen der Nahrungskette dar, und das tierische Plankton unternimmt tagtäglich zur Nachtzeit die bedeutendsten Tierwanderungen überhaupt. Treten – wie gegenwärtig – Änderungen durch den Chemismus des Meeres, den Klimawandel und/oder der Überfischung auf, so kann dies unabsehbare Folgen nach sich ziehen. Es ist also durchaus angebracht, diesen Organismen deutlich mehr Aufmerksamkeit als bisher zu schenken. Manche Arten verlassen beim Älterwerden das Plankton wieder und leben erwachsen am Grund oder im Freiwasser weiter. Abgestorbene Teile sinken als „Meeresschnee“ nach unten und dienen auf diese Weise z.T. auch Tiefseeorganismen als Nahrung, und weitere Reste davon wandeln sich im Laufe von Jahrmillionen zu besonderen Energieformen um oder werden gar zu festem Gestein. Ein großartiges Buch, das alle Freunde der UW-Welt besitzen sollten!

Wolfgang Freihen, im April 2017

Sardet, Christian:
Plankton
Der erstaunliche Mikrokosmos der Ozeane
Harter Einband mit farbigem Titel und farbigem Schutzumschlag
Format ca. 25 x 34 cm
Mit sehr vielen farbigen Abb.
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 2016
ISBN 978-3-8001-0398-0
Preis: 39,90 €

Valdivia: Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition

Das Buch beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem Verlauf der Valdivia-Expedition. Leider muss ich gestehen, dass es mir nicht sonderlich gefallen hat. Andererseits ist es durchaus angemessen, dieser großartigen Expedition ein zeitgemäßes Buch folgen zu lassen. Immerhin war diese Unternehmung nach der Challenger-Expedition die zweite größere Tiefsee-Expedition überhaupt, die vor über 100 Jahren stattgefunden hat. Da ist es schon interessant, wieso es überhaupt dazu kommen konnte. Schließlich dachte man damals völlig anders als heute, auch über die Meere selbst und die Tiefsee. Ebenso war die Technik eine andere. Das gehört nur deutlicher herausgearbeitet. So liest sich die Geschichte bei weitem nicht so spannend, wie im Klappentext angepriesen. Das Buch enthält im Wesentlichen nur das, was der Expeditionsleiter Carl Chun schon damals in seinem dickeren Bestseller „Aus den Tiefen des Weltmeeres“ zu berichten hatte. – Nein, da habe ich mir insgesamt doch weitaus mehr vorgestellt! In der Tat haben die Meere und die Tiefsee erst sehr spät Einzug in unser Denken gefunden, und dass die Wissenschaftler damals das Weltmeer in einem völlig anderen Zustand antrafen als wir heutzutage, ist genauso selbstverständlich wie sich unser Wissen im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt hat. Im letzten Kapitel geht der Autor wohl kurz auf die wesentlichen Schwierigkeiten ein, denen sich dieses Ökosystem mittlerweile ausgesetzt sieht. Allerdings dringt er leider nicht weiter in die Tiefe vor. Immerhin haben wir heute nicht nur ein deutlich umfassenderes Allgemeinwissen und damit auch eine erheblich bessere Vorstellung von den Meeren. Schließlich können wir wöchentlich UW-Filme im Fernsehen sehen (auch wenn dies meist flachere Bereiche betrifft), aber auch über die Tiefsee wird öfter berichtet. Selbst die Tageszeitungen sind voll von Gefahren durch Tiefseebohrungen, vom Klimawandel, dem Abschmelzen der Pole und vom Ansteigen des Meeresspiegels. Von der Erwärmung, der Versauerung und der Überfischung der Meere ist genauso die Rede, wie vom allgemeinen Artenschwund, dem Plastikmüllproblem und vielem anderem mehr. Auch wissen wir mittlerweile mehr über Meeresströmungen, vom Aussehen des Untergrundes, über schwarze und weiße Raucher usw. Da ist in unserem Falle ein Bezug zur Valdivia-Expedition insgesamt wohl naheliegend, doch hätte man die Erinnerung an die erste deutsche Tiefsee-Expedition auch auf andere Art und Weise wach halten können. So wäre z.B. ein Vergleich zwischen damals und heute von Interesse. Immerhin wurden damals viele fragile Geschöpfe in den Fangnetzen zerquetscht und blieben dadurch unerkannt. Ähnliches gilt für alle anderen heutigen Fragestellungen zu diesem Thema. Da möchte man mehr über allgemeine Untersuchungen erfahren, über jüngere Expeditionen, Tiefsee-Tauchboote und ferngesteuerte Rovs, autonome Messgeräte und selbst über die Meeresforschung aus dem Weltall. Da genügt eigentlich kein ein einfaches historisches Werk über den Verlauf einer Expedition und die dabei durchgeführte Äquatortaufe. Ein einzelnes, kürzeres Kapitel hätte dazu längst ausgereicht. Man möchte halt lieber ein Sachbuch lesen, das deutlich mehr Wissen vermittelt. Wer allerdings das Buch von Carl Chun nicht kennt, der sollte trotz meiner obigen Einwände wenigstens zu diesem greifen, das in der Mitte mit sehr schönen Farbbildern versehen ist…

Wolfgang Freihen, im April 2017

Palla, Rudi:
Valdivia
Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition
Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 17 x 22,5 cm
238 S. mit vielen, z.T. farbigen Abb. und einer Karte
Verl. Galiani, Berlin bei Kiepenheuer und Witsch, 2016
ISBN 978-3-86971-124-9
Preis: 28,00 €

Seehunde im Wattenmeer

Ein schönes Buch, das sich mit dem Wattenmeer auseinandersetzt, einem unserer Nationalparke, der gar zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Natürlich kann man dort auch Wattwanderungen erleben, am besten sind geführte, wobei man nicht nur die Sandbänke, die Priele und das Meer erleben, sondern auch die häufigsten Tiere, wie Vögel, Krabben, Muscheln, Wattwürmer usw. beobachten kann. Außerdem kann man auch Seehunde und Kegelrobben sehen, denen sich das Buch vor allem widmet. Nicht zu nah darf man an diese Tiere heran, Warnschilder weisen darauf hin, und Heuler berühren – das geht schon gar nicht. Wattenjagdaufseher kontrollieren regelmäßig die Sandbänke, um tatsächlich verlassene Welpen aufzufinden und in die Seehundaufzuchtstationen Friedrichskoog und Norddeich zu bringen, wo sie aufgepäppelt werden, bis sie in die Freiheit entlassen werden können. Besonders schön ist der Blick in die Kinderstube der Seehunde und Kegelrobben, die zu unterschiedlichen Zeiten zur Welt kommen. Darüber hinaus zeichnet sich auch dieses Buch durch einen sehr guten Text aus, wie er auch den anderen Kinderbücher dieses Verlages gegeben ist, ebenso durch hervorragende Fotos aus dem Freileben dieser Tiere und aus den Aufzuchtstationen. Den Schluss bildet ein kurzer Ausblick auf die wichtigsten Verwandten der bei uns geschützten Tiere. Ein sehr empfehlenswerter Band!

Wolfgang Freihen, im Januar 2017

Fischer-Nagel, Heiderose und Andreas:
Seehunde im Wattenmeer
Harter Einband mit farbigem Titelbild, Format ca. 22×23,5 cm
45 S. mit vielen farbigen Abb.
Verlag Heiderose Fischer-Nagel, 3. Aufl., 2016
ISBN 978-3-930038-33-6
Preis: 5,95 €

Im Reich der Pinguine

Ein reizendes Kinderbuch mit vielen sehr interessanten und schönen Farbfotos, darunter auch zwei Bildern, die (doppelseitig) schwimmende Pinguine zeigen. Wir lernen die wichtigsten Arten kennen, die allesamt auf der südlichen Halbkugel zu Hause sind. Ebenso gibt es eine Menge über die Antarktis selbst zu erfahren. Der Hauptteil des Buches ist den Kaiserpinguinen und deren Leben gewidmet. Es sind d i e Tiere im Frack, die unter Wasser mit zu den wendigsten, schnellsten und elegantesten Schwimmern zählen, die die tiefsten Temperaturen aushalten, die in der Antarktis 100-200 km zu Fuß und auf dem Bauch rutschend unterwegs sind, bis sie schließlich ihr Brutgebiet erreichen. Von ihrer Gemeinschaft ist die Rede, die ihnen selbst bei eisigsten Stürmen Schutz bietet, von ihrer Hochzeit und dem einzigen Ei, das die Männchen auf den Füßen unter einer speziellen Hautfalte tragen, vom Schlüpfen der Jungen und ihrer Aufzucht, von Pinguin-Kindergärten, ebenso von ihrer Jagd unter Wasser und auch von den Gefahren durch andere Meerestiere. Insgesamt ein tolles Kinderbuch, das man nur empfehlen kann!

Wolfgang Freihen, im Januar 2017

Fischer-Nagel, Heiderose und Andreas / Christmann, Stefan:
Im Reich der Pinguine
Harter Einband mit farbigem Titelbild, Format ca. 22×23,5 cm
45 S. mit vielen farbigen Abb.
Verlag Heiderose Fischer-Nagel, Spangenberg
ISBN 978-3-930038-47-3
Preis: 5,95 €

Blind Dates

Das große Buch der Haibegegnungen

Ein großartiges Buch, in dem das Wissen und die Erfahrungen aus 35.000 Haibegegnungen stecken, die nicht etwa die beiden Autoren selbst hatten, sondern sie stammen von insgesamt 25 Personen, versierten Sporttauchern, UW-Fotografen, Filmemachern, Tauchbasenbesitzern, Zoologen usw., die hier zusammengetragen wurden. Diese Autoren werden im Einzelnen vorgestellt, und das Buch ist so gestaltet, dass bestimmte Verhaltensweisen gezielt nachgefragt und dann von den einzelnen Experten beantwortet werden. So entsteht ein recht umfassender Überblick aus dem Leben und im Umgang mit diesen Tieren. Weiterlesen “Blind Dates” »

An Tümpel, Fluss und Meer: Das Natur-Mitmachbuch für Kinder

Ein Naturführer ganz anderer Art für Kinder von 7 bis 12 Jahren. Es ist kein Buch, das einfach gelesen und dann in den Bücherschrank gestellt wird, sondern weit mehr: Es stellt die einzelnen Gewässertypen in Wort und Bild vor, beschreibt die jeweiligen Besonderheiten und zeigt all die Tiere und Pflanzen, die man dort finden kann – ein Buch, das regelrecht zum Forschen animiert. Weiterlesen “An Tümpel, Fluss und Meer: Das Natur-Mitmachbuch für Kinder” »

Das ABC der Fischkrankheiten: Erklären – Erkennen – Behandeln

Das Buch richtet sich an alle, die beruflich oder in ihrer Freizeit mit Fischen und Krebsen zu tun haben, vor allem aber wendet es sich an Fischzüchter, Tierärzte, Biologen und Gewässerbewirtschafter. Auch für Aquarianer und Tauchsportler ist es zu empfehlen, die vorwiegend in heimischen Gewässern ihrem Sport nachgehen und mitunter gar in Fischzuchtanstalten tauchen dürfen. Weiterlesen “Das ABC der Fischkrankheiten: Erklären – Erkennen – Behandeln” »