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Valdivia: Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition

Das Buch beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem Verlauf der Valdivia-Expedition. Leider muss ich gestehen, dass es mir nicht sonderlich gefallen hat. Andererseits ist es durchaus angemessen, dieser großartigen Expedition ein zeitgemäßes Buch folgen zu lassen. Immerhin war diese Unternehmung nach der Challenger-Expedition die zweite größere Tiefsee-Expedition überhaupt, die vor über 100 Jahren stattgefunden hat. Da ist es schon interessant, wieso es überhaupt dazu kommen konnte. Schließlich dachte man damals völlig anders als heute, auch über die Meere selbst und die Tiefsee. Ebenso war die Technik eine andere. Das gehört nur deutlicher herausgearbeitet. So liest sich die Geschichte bei weitem nicht so spannend, wie im Klappentext angepriesen. Das Buch enthält im Wesentlichen nur das, was der Expeditionsleiter Carl Chun schon damals in seinem dickeren Bestseller „Aus den Tiefen des Weltmeeres“ zu berichten hatte. – Nein, da habe ich mir insgesamt doch weitaus mehr vorgestellt! In der Tat haben die Meere und die Tiefsee erst sehr spät Einzug in unser Denken gefunden, und dass die Wissenschaftler damals das Weltmeer in einem völlig anderen Zustand antrafen als wir heutzutage, ist genauso selbstverständlich wie sich unser Wissen im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt hat. Im letzten Kapitel geht der Autor wohl kurz auf die wesentlichen Schwierigkeiten ein, denen sich dieses Ökosystem mittlerweile ausgesetzt sieht. Allerdings dringt er leider nicht weiter in die Tiefe vor. Immerhin haben wir heute nicht nur ein deutlich umfassenderes Allgemeinwissen und damit auch eine erheblich bessere Vorstellung von den Meeren. Schließlich können wir wöchentlich UW-Filme im Fernsehen sehen (auch wenn dies meist flachere Bereiche betrifft), aber auch über die Tiefsee wird öfter berichtet. Selbst die Tageszeitungen sind voll von Gefahren durch Tiefseebohrungen, vom Klimawandel, dem Abschmelzen der Pole und vom Ansteigen des Meeresspiegels. Von der Erwärmung, der Versauerung und der Überfischung der Meere ist genauso die Rede, wie vom allgemeinen Artenschwund, dem Plastikmüllproblem und vielem anderem mehr. Auch wissen wir mittlerweile mehr über Meeresströmungen, vom Aussehen des Untergrundes, über schwarze und weiße Raucher usw. Da ist in unserem Falle ein Bezug zur Valdivia-Expedition insgesamt wohl naheliegend, doch hätte man die Erinnerung an die erste deutsche Tiefsee-Expedition auch auf andere Art und Weise wach halten können. So wäre z.B. ein Vergleich zwischen damals und heute von Interesse. Immerhin wurden damals viele fragile Geschöpfe in den Fangnetzen zerquetscht und blieben dadurch unerkannt. Ähnliches gilt für alle anderen heutigen Fragestellungen zu diesem Thema. Da möchte man mehr über allgemeine Untersuchungen erfahren, über jüngere Expeditionen, Tiefsee-Tauchboote und ferngesteuerte Rovs, autonome Messgeräte und selbst über die Meeresforschung aus dem Weltall. Da genügt eigentlich kein ein einfaches historisches Werk über den Verlauf einer Expedition und die dabei durchgeführte Äquatortaufe. Ein einzelnes, kürzeres Kapitel hätte dazu längst ausgereicht. Man möchte halt lieber ein Sachbuch lesen, das deutlich mehr Wissen vermittelt. Wer allerdings das Buch von Carl Chun nicht kennt, der sollte trotz meiner obigen Einwände wenigstens zu diesem greifen, das in der Mitte mit sehr schönen Farbbildern versehen ist…

Wolfgang Freihen, im April 2017

Palla, Rudi:
Valdivia
Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition
Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 17 x 22,5 cm
238 S. mit vielen, z.T. farbigen Abb. und einer Karte
Verl. Galiani, Berlin bei Kiepenheuer und Witsch, 2016
ISBN 978-3-86971-124-9
Preis: 28,00 €

Nordseetaucher: U-Boot-Wracks in der Nordsee

Ein packender Erlebnisbericht, spannend erzählt – so, als wäre man unmittelbar dabei. Das Ganze liest sich dermaßen fesselnd, dass man das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte, bevor man hinten angekommen ist! Es ist jedoch weit mehr als nur eine unterhaltsame Lektüre: Andi Peters berichtet, wie er als Tauchlehrer der „Wrackspürnase“ Rolf Schütt begegnet und durch ihn zum begeisterten Wracktaucher wird, der sich nicht nur vom Anblick allein verzaubern lässt, sondern richtig professionell vorgeht, um sich ein genaueres Bild auch von ihrer individuellen Geschichte machen zu können. Weiterlesen “Nordseetaucher: U-Boot-Wracks in der Nordsee” »

Unbekannter Planet

Die erstaunliche Vielfalt unserer Tierwelt

Ein Buch, das man aufgrund seiner über 500 phantastischen Farbfotos ebenfalls als Bildband bezeichnen kann, das jedoch wegen seiner tiefschürfenden Texte weit mehr ist!! Es geht dabei um die Evolution. Die  Geschichte des Lebens blickt immerhin rund 500 Millionen Jahre zurück.  Damals entwickelten sich in aquatischen Lebensräumen die  ersten Einzeller, aus denen im Laufe der Zeit all die anderen unzähligen Pflanzen- und Tierarten entstanden sind. Wie viele es wirklich waren, beziehungsweise sind, werden wir nie erfahren, und wir kennen auch noch längst nicht die ökologische Bedeutung all dieser bunten Artenvielfalt. Weiterlesen “Unbekannter Planet” »

Seewörteralphabet

Bei diesem Wörterbuch fangen die einzelnen Begriffe jeweils mit der Silbe „See“ an und reichen von Seeanemone bis hin zur Seezunge. Es sind jedoch nicht nur Pflanzen und Tiere, die hier vorgestellt werden, sondern auch geologische Begriffe, rechtliche, technische, wirtschaftliche, kulturelle und auch andere in lockerer Folge, leicht verständlich, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Selbst Rezepte kommen hin und wieder vor. Weiterlesen “Seewörteralphabet” »

Strand & Meeresküste

Band 55 der „memo“-Kinder- und Jugendbuchreihe „Wissen entdecken“. Diese Reihe besteht derzeit aus rund 70 verschiedenen Bänden, allesamt sehr gut und reichlich bebildert, didaktisch gut aufgebaut und jeweils mit einem Riesenposter versehen, sodass man sein jeweiliges Lieblings- oder das gegenwärtige Interessenthema auf einen Blick übersehen kann. Die Bücher sind bereits für achtjährige geeignet, aber auch für Teenager liegt man damit noch immer richtig, und auch Erwachsene werden darin noch viel Neues entdecken, wobei die Bücher über Jahre hinweg als Nachschlagewerke zu gebrauchen sind, was durch ein Glossar und das Stichwortregister erleichtert wird.

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Das Meer – Geheimnisse aus 400 Millionen Jahren

Nach einer kurzen ozeanografischen Einführung über die Gesetze der Plattentektonik, der Meeresströmungen, Gezeiten, das Wettergefüge, Wellen, Tsunamis und vielem anderen mehr, berichtet das Buch insbesondere über das Leben im Meer, über die verschiedenen Lebensformen und die Besiedlung der unterschiedlichsten Küstengebiete, des Watts, der Sand- und Felsenküsten, in Mangrovenwäldern, polaren Gebieten, Korallenriffen, dem offenen Meer und auch der Tiefsee.

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Das Meer – Geheimnisse aus 400 Millionen Jahren

Nach einer kurzen ozeanografischen Einführung über die Gesetze der Plattentektonik, der Meeresströmungen, Gezeiten, das Wettergefüge, Wellen, Tsunamis und vielem anderen mehr, berichtet das Buch insbesondere über das Leben im Meer, über die verschiedenen Lebensformen und die Besiedlung der unterschiedlichsten Küstengebiete, des Watts, der Sand- und Felsenküsten, in Mangrovenwäldern, polaren Gebieten, Korallenriffen, dem offenen Meer und auch der Tiefsee.

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25 Niedere Tiere- Wirbellose Tiere im Mittelmeer inklusive Adria

Ein Büchlein der Reihe „Deko Books“, gedruckt auf wasserfestem Papier, das man sogar unter Wasser benutzen kann. Der Titel entstammt dabei der Vorstellung, sich damit die lästigen Dekopausen verkürzen zu können. Letztlich werden diese Büchlein jedoch eine nette Geschenkidee für Taucher bleiben. Die Seiten bestehen aus synthetischem Papier, und die rostfreie Metall-Spiralbindung erleichtert das Blättern selbst mit Handschuhen. Alle Bändchen haben eine nette Titelgestaltung und sind mit einer Tiefenfarbskala und einer Tafel für den Weißabgleich für die digitale UW-Fotografie ausgestattet, wobei letztere auch als Schreibtafel benutzt werden kann.

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25 Fische – Fischführer Mittelmeer inklusive Adria

Ein Büchelchen der Reihe „Deko Books“, gedruckt auf wasserfestem Papier, das man sogar unter Wasser lesen kann. Der Titel entstammt dabei der Vorstellung, sich damit die lästigen Dekopausen verkürzen zu können. Letztlich werden diese Büchlein jedoch lediglich eine nette Geschenkidee für Taucher bleiben. Die Seiten bestehen aus synthetischem Papier, und die rostfrei Metall-Spiralbindung erleichtert das Blättern auch mit Handschuhen. Alle Bändchen haben eine ansprechende Titelgestaltung und sind mit einer Tiefenfarbskala und einer Tafel für den Weißabgleich für die digitale UW-Fotografie ausgestattet, wobei letztere auch als Schreibtafel benutzt werden kann.

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So geht Tauchen – Kinder entdecken die Welt unter Wasser

Eine ausgezeichnete Idee, unserem Nachwuchs das Tauchen näher zu bringen! Wenn sich dabei der „Seehund Horst“ als Tauchlehrer vorstellt, dann sollte er jedoch seiner Aufgabe gerecht werden und keinen Unsinn erzählen. Nicht die kindliche Sprache steht bei einem solchen Buch im Vordergrund, sondern zunächst einmal müssen die Fakten stimmen und es gehört didaktisch gut aufgebaut. Doch davon scheinen weder der Textautor, noch die beiden Lektoren oder der Verlag eine Ahnung zu haben! Sonst könnte das Buch nicht bereits im Einbandtext als solches für Sechsjährige empfohlen werden – schließlich lernen da unsere Kleinen gerade Mal das Lesen…

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