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Entdecke das Tauchen

Ein phantastisches Titelbild, ein gutes Layout und auch ausgezeichnete Bilder. Der Verlag hat alles getan, das Buch gut zu gestalten. Der Text dagegen lässt viel zu viel zu wünschen übrig… Auch ein Kinderbuch muss fehlerfrei sein und die Wortwahl darf keine Fehlinterpretation zulassen. Weiterhin sind bei einer derart großzügigen Buchgestaltung Wiederholungen möglichst zu vermeiden. Sie sind auch nicht notwendig, denn es gibt mehr als genug zu diesem Thema zu sagen. Als Autor muss man nur wissen, ob das Buch sich an solche Kinder wendet, die bereits ihren ersten Tauchschein machen dürfen oder noch nicht. Im letzteren Fall allerdings werden sie auch keinen Spaß daran haben…
Wenn das „Tauchen entdeckt“ werden soll, dann bitteschön, hat die Gesamtheit des Tauchens im Mittelpunkt zu stehen und im Wesentlichen nicht nur das Sporttauchen mit seiner heutigen Ausrüstung. Man will nicht nur wissen, wie früher getaucht wurde, sondern vor allem, wie der Übergang vom gehenden Helm- zum Schwimmtauchen erfolgt ist. Davon findet sich nichts. Bei der Schilderung fehlen weitere wesentliche Entwicklungsschritte, und die heutigen Möglichkeiten werden bei weitem nicht alle genannt. So fehlt je ein Kapitel über das Höhlen- und das Wracktauchen, die UW-Fotografie, das UW-Filmen- und andere Beschäftigungen mehr. Selbst das Nitrox- und Tech-Tauchen sind jeweils ein Kapitel wert, ebenso wie die UW-Archäologie und die verschiedenen Zweige des ganz normalen Berufstauchens, z.B. als Forschungstaucher oder bei der Polizei, als Rettungstaucher bei der DLRG usw. Die Übergänge sind teilweise fließend.
Nur in der gegebenen Form über das Apnoetauchen zu berichten, reicht nicht! Weder die einzelnen Apnoe-Arten, noch ungewöhnliche Spitzenleistungen werden herausgestellt, und was über das Schatztauchen gesagt wird, ist einfach lächerlich! Hier lassen sich ungeheure geborgene Werte vorstellen, ebenso wie spezielle Museen oder das Tauchen in Panzertauchgeräten und vieles mehr. Ein Kinder-Sachbuch muss doch nur so vor Spannung knistern und darf nicht langweilig wirken!
Ein Kind, das ein solches Buch geschenkt bekommt, kann also bereits mehr als nur lesen. Da ist es unbedingt nötig, an entsprechenden Stellen ein paar Mehrinformationen zu liefern. Der gesamte Schreibstil gefällt mir nicht und Verweise, wie etwas ausgesprochen wird, kann man sich schenken. Ebenso die ewigen Hinweise, einen ersten Tauchkurs durchzuführen zu müssen: Das ist natürlich Voraussetzung, denn sonst kann das Kind an den beschriebenen Unternehmungen nicht teilhaben, die Gerätschaften gar nicht verwenden… Das Buch verliert seinen Sinn. Steht jedoch der erste Tauchschein an, dann ist lediglich eine allgemeine Einführung notwendig, und alles Weitere bekommt es in diesem Kursus gesagt. Es erhält Lehrmaterial und kann sich zudem Notizen machen, muss eine Menge lernen, und am Ende steht eine anspruchsvolle Prüfung. Die Ausrüstung wird ihm zudem zur Verfügung gestellt. Wichtig wäre allerdings, wo man dies lernen kann und welche Tauchscheine und Sonderbrevets es insgesamt gibt. Doch dazu gibt es wieder keine Aussage…
Unschön sind schließlich gravierende Fehler. Hier nur die wichtigsten: Der Begriff „ABC-Ausrüstung“ orientiert sich nicht am Aussehen von Flossen, Maske und Schnorchel, sondern wurde schon sehr früh von Redakteur Peter Müller der 1. deutschen Tauchsportzeitschrift „Delphin“ (Nr.4, 1959) geprägt. Purer Unsinn der Vergleich eines Helmtauchanzuges mit einem Astronautenanzug. Da gibt es keine gegenseitigen Anleihen. Es gibt auch nicht nur „eine Art“ Rettungsweste, und auch an anderer Stelle gehört das „eine Art“ nicht dazu. Wer Madeira schließlich als „spanische“ Insel bezeichnet, macht sich auch an anderer Stelle unglaubwürdig! Da fehlt ganz einfach viel zu viel! Insgesamt ein Buch, nicht nach meinem Geschmack, das ich leider überhaupt nicht empfehlen kann!

Wolfgang Freihen, im Juli 2017

Rossow, Frank:
Entdecke das Tauchen
Harter Einband mit farbigem Titelbild, Größe etwa 20,5 x 28 cm
64 S. mit vielen farb. Abb.
Natur und Tier Verlag, Münster, 2017
ISBN 978-3-86659-287-2
Preis: 12,80 €

Mermaids: Kleines Handbuch für Meerjungfrauen und Nixen

Wie schon der Titel sagt, ist das Buch wohl eher für Mädchen als für Buben geeignet, obwohl auch diese angesprochen werden. Es geht um das Tauchen mit einer Monoflosse, die in einem wunderschön gestalteten Beinkleid getragen wird, bei dem auch eine Rückenflosse angenäht sein kann. Dieses Kostüm kann man selbst herstellen, aber auch fertig kaufen, und das z.T. zu erheblichen Preisen. Zumeist wird dazu keine Schwimmbrille getragen, zumindest dann nicht, wenn ein Fotoshooting ansteht. Die schönsten Bilder entstehen so in flachem Wasser, meist unmittelbar unter der Oberfläche im Schwimmbad oder an Land, auf einem Stein posierend in freier Natur. Um seinen Schwimmanzug nicht zu beschädigen, lässt am sich am besten ins Wasser tragen. Es gehört die entsprechende Schminke dazu, und zum Delfinstil braucht es natürlich auch ein wenig Übung. Die Grundlagen des Apnoetauchens werden somit genauso beschrieben wie der richtige Umgang mit dem Fischschwanz. Dazu gibt es spezielle Tipps und Tricks vom Profi. Sehr schön auch die Geschichten und Sagen über Wasserwesen und eine Auflistung von Mermaids in Film und TV. Das Ganze ist zauberhaft bebildert von Stephanie Naglschmid, und den Abschluss bilden Adressen und Links zu Meerjungfrauen-Schulen, zu Tauchsportverbänden, zu speziellen Läden mit Mermaid-Ausrüstungen und Fischschwänzen, zu darauf spezialisierten Fotografen usw. Ein allumfassendes Buch zu diesem Thema, sehr lebendig geschrieben, das man nur empfehlen kann.

Wolfgang Freihen, im Juli 2017.

Rodler, Daniela / Naglschmid, Stephanie:
Mermaids
Kleines Handbuch für Meerjungfrauen und Nixen
Broschiert mit farbigem Titel, Größe ca. 21 x 29,7 cm
95 S. mit vielen farbigen Zeichnungen14,9
Verlag Stephanie Naglschmid, Stuttgart, 2017
ISBN 978-3-89594-935-7
Preis: 14,90 €

Valdivia: Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition

Das Buch beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem Verlauf der Valdivia-Expedition. Leider muss ich gestehen, dass es mir nicht sonderlich gefallen hat. Andererseits ist es durchaus angemessen, dieser großartigen Expedition ein zeitgemäßes Buch folgen zu lassen. Immerhin war diese Unternehmung nach der Challenger-Expedition die zweite größere Tiefsee-Expedition überhaupt, die vor über 100 Jahren stattgefunden hat. Da ist es schon interessant, wieso es überhaupt dazu kommen konnte. Schließlich dachte man damals völlig anders als heute, auch über die Meere selbst und die Tiefsee. Ebenso war die Technik eine andere. Das gehört nur deutlicher herausgearbeitet. So liest sich die Geschichte bei weitem nicht so spannend, wie im Klappentext angepriesen. Das Buch enthält im Wesentlichen nur das, was der Expeditionsleiter Carl Chun schon damals in seinem dickeren Bestseller „Aus den Tiefen des Weltmeeres“ zu berichten hatte. – Nein, da habe ich mir insgesamt doch weitaus mehr vorgestellt! In der Tat haben die Meere und die Tiefsee erst sehr spät Einzug in unser Denken gefunden, und dass die Wissenschaftler damals das Weltmeer in einem völlig anderen Zustand antrafen als wir heutzutage, ist genauso selbstverständlich wie sich unser Wissen im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt hat. Im letzten Kapitel geht der Autor wohl kurz auf die wesentlichen Schwierigkeiten ein, denen sich dieses Ökosystem mittlerweile ausgesetzt sieht. Allerdings dringt er leider nicht weiter in die Tiefe vor. Immerhin haben wir heute nicht nur ein deutlich umfassenderes Allgemeinwissen und damit auch eine erheblich bessere Vorstellung von den Meeren. Schließlich können wir wöchentlich UW-Filme im Fernsehen sehen (auch wenn dies meist flachere Bereiche betrifft), aber auch über die Tiefsee wird öfter berichtet. Selbst die Tageszeitungen sind voll von Gefahren durch Tiefseebohrungen, vom Klimawandel, dem Abschmelzen der Pole und vom Ansteigen des Meeresspiegels. Von der Erwärmung, der Versauerung und der Überfischung der Meere ist genauso die Rede, wie vom allgemeinen Artenschwund, dem Plastikmüllproblem und vielem anderem mehr. Auch wissen wir mittlerweile mehr über Meeresströmungen, vom Aussehen des Untergrundes, über schwarze und weiße Raucher usw. Da ist in unserem Falle ein Bezug zur Valdivia-Expedition insgesamt wohl naheliegend, doch hätte man die Erinnerung an die erste deutsche Tiefsee-Expedition auch auf andere Art und Weise wach halten können. So wäre z.B. ein Vergleich zwischen damals und heute von Interesse. Immerhin wurden damals viele fragile Geschöpfe in den Fangnetzen zerquetscht und blieben dadurch unerkannt. Ähnliches gilt für alle anderen heutigen Fragestellungen zu diesem Thema. Da möchte man mehr über allgemeine Untersuchungen erfahren, über jüngere Expeditionen, Tiefsee-Tauchboote und ferngesteuerte Rovs, autonome Messgeräte und selbst über die Meeresforschung aus dem Weltall. Da genügt eigentlich kein ein einfaches historisches Werk über den Verlauf einer Expedition und die dabei durchgeführte Äquatortaufe. Ein einzelnes, kürzeres Kapitel hätte dazu längst ausgereicht. Man möchte halt lieber ein Sachbuch lesen, das deutlich mehr Wissen vermittelt. Wer allerdings das Buch von Carl Chun nicht kennt, der sollte trotz meiner obigen Einwände wenigstens zu diesem greifen, das in der Mitte mit sehr schönen Farbbildern versehen ist…

Wolfgang Freihen, im April 2017

Palla, Rudi:
Valdivia
Die Geschichte der ersten deutschen Tiefsee-Expedition
Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca. 17 x 22,5 cm
238 S. mit vielen, z.T. farbigen Abb. und einer Karte
Verl. Galiani, Berlin bei Kiepenheuer und Witsch, 2016
ISBN 978-3-86971-124-9
Preis: 28,00 €

Tauchen mit klarem Kopf: Wie unser Gehirn beim Tauchen tickt

Die Tauchlehrbücher von Monika Rahimi schätze ich ganz besonders, denn sie stellen keinen einfachen Abklatsch aus den Lehrinhalten verschiedener Ausbildungs-Organisationen dar. Insgesamt sind es drei Stück, die alle hier besprochen sind, wobei das vorliegende, letzte Buch besonders interessant ist. Darin beschäftigt sich die Autorin mit den für das Tauchen relevanten Hirnfunktionen. Wir lernen dabei die Basisemotionen des Such-, Angst- und Paniksystems kennen, durch deren Verständnis sich durchaus mache kritische Tauchsituation, wenn sie denn eintritt, entschärfen lässt. Weiterlesen “Tauchen mit klarem Kopf: Wie unser Gehirn beim Tauchen tickt” »

Nordseetaucher: U-Boot-Wracks in der Nordsee

Ein packender Erlebnisbericht, spannend erzählt – so, als wäre man unmittelbar dabei. Das Ganze liest sich dermaßen fesselnd, dass man das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte, bevor man hinten angekommen ist! Es ist jedoch weit mehr als nur eine unterhaltsame Lektüre: Andi Peters berichtet, wie er als Tauchlehrer der „Wrackspürnase“ Rolf Schütt begegnet und durch ihn zum begeisterten Wracktaucher wird, der sich nicht nur vom Anblick allein verzaubern lässt, sondern richtig professionell vorgeht, um sich ein genaueres Bild auch von ihrer individuellen Geschichte machen zu können. Weiterlesen “Nordseetaucher: U-Boot-Wracks in der Nordsee” »

Unbekannter Planet

Die erstaunliche Vielfalt unserer Tierwelt

Ein Buch, das man aufgrund seiner über 500 phantastischen Farbfotos ebenfalls als Bildband bezeichnen kann, das jedoch wegen seiner tiefschürfenden Texte weit mehr ist!! Es geht dabei um die Evolution. Die  Geschichte des Lebens blickt immerhin rund 500 Millionen Jahre zurück.  Damals entwickelten sich in aquatischen Lebensräumen die  ersten Einzeller, aus denen im Laufe der Zeit all die anderen unzähligen Pflanzen- und Tierarten entstanden sind. Wie viele es wirklich waren, beziehungsweise sind, werden wir nie erfahren, und wir kennen auch noch längst nicht die ökologische Bedeutung all dieser bunten Artenvielfalt. Weiterlesen “Unbekannter Planet” »

Wasser. Schweiz

Wer schon andere Bücher von Michel Roggo kennt, wird begeistert auch zu diesem großartigen Bildband greifen, der allerdings ein wenig anders aufgebaut ist: Dieser Band zeigt nämlich nicht nur Fischer und andere Süßwasser-Lebewesen im natürlichen Element, sondern ist besonders interessanten Gewässern der Schweiz gewidmet, zeigt sowohl deren landschaftliche Schönheiten als auch Blicke in deren UW-Welt, darüber hinaus aber auch den Kreislauf des Wassers von eisigen Gletschern bis ins tiefe Land hinein. Weiterlesen “Wasser. Schweiz” »

Die Kampfschwimmer der Bundeswehr

Dieses Buch wurde von einer Frau geschrieben, obwohl Frauen nie diesem hochspezialisierten Eliteverband angehört haben, auch in Zukunft wohl nie angehören werden, da der steinige Weg dorthin zu harte Anforderungen stellt. Trotzdem ist das Buch hervorragend ausgearbeitet und ebenso gut recherchiert wie all die anderen Bände über Spezialeinheiten der Bundeswehr, die Christine-Désirée Rudolph bislang veröffentlicht hat. Weiterlesen “Die Kampfschwimmer der Bundeswehr” »

Das Meer – Geschichte der ältesten Landschaft

Wer nach dem Untertitel ein geologisch-anthropologisch-geographisches Werk vermutet, wird zunächst enttäuscht sein: Der Autor ist nämlich Literaturwissenschaftler und unternimmt keine Wanderung durch die verschiedenen Erdzeitepochen, sondern spannt einen ganz anderen, kulturgeschichtlich äußerst interessanten Bogen. Er gibt dabei einen Überblick von uralten Schöpfungsgeschichten über viele Sagen, Märchen und viele andere Schriften bis hin zur Gegenwart. Weiterlesen “Das Meer – Geschichte der ältesten Landschaft” »

Seewörteralphabet

Bei diesem Wörterbuch fangen die einzelnen Begriffe jeweils mit der Silbe „See“ an und reichen von Seeanemone bis hin zur Seezunge. Es sind jedoch nicht nur Pflanzen und Tiere, die hier vorgestellt werden, sondern auch geologische Begriffe, rechtliche, technische, wirtschaftliche, kulturelle und auch andere in lockerer Folge, leicht verständlich, ohne allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Selbst Rezepte kommen hin und wieder vor. Weiterlesen “Seewörteralphabet” »