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Fossil Design: Zeichen versteinerten Lebens / Signs of Petrified Life

Ein großartiger Bildband! Hervorragend präpariert und später toll ausgeleuchtet, sodass jedes Detail der Versteinerungen auf den (fast) ganzseitigen Fotos einwandfrei sichtbar ist. Aus etwa 7000 Objekten der Sammlung des Instituts für Paläontologie der Freien Universität Berlin wurden knapp 200 Stücke ausgewählt und fotografiert. Es sind meistens Tiere, die im Wasser gelebt haben, und die Bilder stammen von Hillert Ibbeken. Zumeist handelt es sich nicht um die kompletten Exponate, sondern es wurden nur Teile davon erfasst, sodass vor allem das „Schöne“ im Mittelpunkt steht – das, was besonders ins Auge sticht. Dementsprechend folgen die im Eingang des Buches befindlichen Kapitel von Hillert Ibbeken, Rudolf zur Lippe und Katja Schoene vor allem den künstlerischen Aspekten. Das ist ohne Zweifel sehr interessant, und doch fehlt mir zuweilen ganz einfach der biologische Gegenpol. Zwar werden bei jeder Aufnahme die Familie und der Abbildungsmaßstab genannt, ebenso das Erdzeitalter und der Ort, wo die Versteinerung gefunden wurde. Doch das erscheint mir zu wenig! Zwar gibt Helmut Keupp im Glossar eine Kurzbeschreibung der gezeigten Pflanzen- und Tiergattungen, doch hätte darüber hinaus bei den Bildern zumindest die Kurzbeschreibung eines Biologen zu den jeweiligen Details gehört, die man nicht ohne weiteres deuten kann. Dann würden auch Hobby-Paläontologen einen sehr viel tieferen Eindruck vom Gesehenen erhalten. Schließlich handelt es sich nicht um Kunstwerke, sondern um die versteinerten Überreste von Pflanzen und Tieren aus den verschiedensten Erdzeitepochen, die vor vielen Millionen Jahren lebten. Trotzdem kann man das Buch vor allem seiner Bilder wegen nur empfehlen! Alle beigefügten Texte sind zweisprachig, Deutsch und Englisch. Den Schluss bildet eine geologische Zeittafel.

Wolfgang Freihen, im Januar 2017

Ibbeken, Hillert:
Fossil Design
Zeichen versteinerten Lebens
Signs of Petrified Life
Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format ca.28,5×30,8 cm
204 S. mit 177 fast ganzseitigen Farbfotos
Edition Axel Menges, Stuttgart, London, 2009
ISBN 978-3-936681-24-6
Preis: 69,00 €

Der Lachs – Ein Fisch kehrt zurück

Es geht dabei um den Rheinlachs, doch das Buch beschäftigt sich nicht nur mit ihm, sondern auch mit seinen Verwandten und weiteren Fischen, die ehedem im Rhein heimisch waren und jetzt, nachdem der Fluss wieder fast sauber wurde, in ihr ureigenstes Gebiet zurückkehrten, aber auch um „Neubürger“, die z.B. über den Rhein-Main-Donau-Kanal in das Flusssystem einwanderten. Und natürlich geht es um den Rhein selbst, seine Kulturhistorie, die gleichzeitig aufzeigt, was man alles falsch machen kann und welche Möglichkeiten es heutzutage zum Nachbessern gibt: Noch vor etwa 100 Jahren konnten die Lachse regelmäßig 1300 km den Rhein hinaufwandern, um selbst in der Aare und anderen Schweizer Flüssen abzulaichen.

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20.000 Meilen unter dem Meer: Ein Pop-up-Buch

Schon als Pennäler las ich mit Begeisterung dieses Buch von Jules Verne, das bereits 1970 entstanden war. Dieses und auch andere Abenteuerromane des gleichen Autors markieren den Beginn der Sciencefiction-Literatur. Hier nun liegt das Buch neu gestaltet und in völlig anderer Art vor: Im Comicstil mit Sprechblasen und dazu in ganz besonders reizvoller Pop-up-Manier: Sam Ita ist nicht nur Autor, sondern auch Graphikdesigner und ein besonders geschickter Papierkünstler, der schließlich auch dieses Buch gestaltet hat.

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