Digitale Unterwasser-Fotografie – Der Ratgeber für Ein- und Umsteiger

Ein großartiges Buch, in dem die physikalisch-technischen Zusammenhänge zur digitalen UW-Fotografie dargestellt sind. Es wäre sinnvoll gewesen, einige Teilaspekte etwas akzentuierter darzustellen. So gehört ein Kapitelchen über die Vergütung von Objektiven nachgetragen, also genau über den Part, zu dem die Objektivkennzeichnung nichts aussagt, was aber letztlich ein Spitzenprodukt von einem mittelmäßigen oder gar schlechten Objektiv unterscheidet. Ansonsten finden Interessenten alles, was man zur Neuanschaffung wissen muss.

Es werden auch eine Reihe von UW-Gehäusen vorgestellt und alle möglichen Zubehörteile bis hin zum Blitzer. Im Gegensatz zur Aussage des Autors muss jedoch bei der Verwendung von zwei Blitzgeräten die Schattenbildung nicht unbedingt auf der Strecke bleiben: Man kann auch mit unterschiedlichen Blitzabständen arbeiten, mit Blitzern unterschiedlicher Leitzahl oder an einem mit vorgeschaltetem dunklem Graufilter arbeitenn. Vor allem in der extremen Nahfotografie kann man so auch Zeichnung in die Bildteile zaubern, die ansonsten in tiefem Schatten versinken. Ebenso gehört die farbliche Darstellung und Linienführung der zugehörigen Abbildung Nr. 76 richtig dargestellt. Kreativ ist der Tipp, farbliche Akzente durch besonders gefiltertes Blitzlicht zu setzen. Wenn in den Kapiteln von der Aufnahmepraxis und der Bildgestaltung geredet wird, wäre es sinnvoll gewesen, erst einmal die Unterschiede zwischen unserem menschlichen Sehen und dem einer Kamera darzulegen. Schließlich ist beides keinesfalls identisch, sondern es gilt, bei der Fotografie die technischen Mittel entsprechend einzusetzen und zu nutzen. So würde man auch zu der Feststellung gelangen, dass Fisheye-Objektive keinesfalls eine „verzerrte“, sondern lediglich eine ungewohnte Darstellung liefern. Genauso wäre es besser gewesen, wenn die Bildgestaltung gleichermaßen sachlich besprochen worden wäre, wie die anderen Kapitel des Buches auch. So hätte alles abgerundeter und mit mehr Tiefgang betrachtet werden können. Die veröffentlichten Fotos erfordern keine detaillierte Besprechung aus der Sicht des Autors, sondern bieten für sich allein genügend Anregungen für kreatives Schaffen, vor allem, wenn man auch die letzten, sehr gut gestalteten Kapitel über die Bildbearbeitung am Computer berücksichtigt. Alles in allem – trotz der Anmerkungen ein recht gutes Buch.

Wolfgang Freihen, im Januar 2006

Hübner, Reimund:
Digitale Unterwasser-Fotografie
Der Ratgeber für Ein- und Umsteiger
Harter Einband mit farbigem Titelfoto, ca. 17,5×21,5 cm
224 Seiten mit Abbildungen und Tabellen
Ein Buch der „Tauchpraxis“-Reihe, Müller Rüschlikon Verlag, Cham, 2005
ISVBN 3-275-01531-1
Preis: 26,00 Euro