Leviathan oder Der Wal

Auf der Suche nach dem mythischen Tier der Tiefe

Ein hervorragendes Buch, für das der Autor in Großbritannien sehr zu Recht 2009 mit dem „Samuel Johnson Prize for Non-Fiction“ ausgezeichnet wurde. Teilweise geht er seiner eigenen Liebe und Leidenschaft, aber auch seinem Mitgefühl für die Wale nach, doch bietet das Buch weitaus mehr: Es ist kulturhistorisch umfassend und berichtet nicht nur über die Wale selbst, vom Tauchen mit ihnen und dem modernen Whalewatching, sondern auch von der wirtschaftlichen Bedeutung, die diese Tiere für verschiedene Städte, ja sogar ganze Länder hatten.
Er spricht vom Aufkommen und der Blütezeit des Walfangs, davon, wie sich das blutige Handwerk an Bord abspielte, wie der Walfang immer weiter perfektioniert wurde und sich in stets weiter entfernte Gebiete verlagerte, dabei immer grausamer und effektiver wurde und die Tiere bis an den Rand ihrer Ausrottung brachte, aber auch davon, was dazu beitrug, diesen Wirtschaftszweig unrentabel zu machen, obwohl es noch immer einige Nationen gibt, die auch heute noch dem Walfang huldigen. Ebenso wird über die Notwendigkeit internationaler Schutzmaßnahmen berichtet und über viele andere Fakten mehr – insgesamt ein außerordentlich interessantes Buch, das u. a. auch von großen Autoren wie Herman Melville spricht, dem wir immer wieder an den verschiedensten Stellen begegnen, wenn von dessen Leben oder seinen unvergleichlichen Roman „Moby Dick“ berichtet wird. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis schließt dieses überaus empfehlenswerte Buch ab.

Wolfgang Freihen

Hoare, Philip:
Leviathan oder Der Wal
Auf der Suche nach dem mythischen Tier der Tiefe
Harter Einband mit schönem Titelaufdruck und farbigem Schutzumschlag,
Größe ca. 15 x 22 cm
522 S. mit zahlreichen Abb.
Mareverlag, Hamburg, 2013
ISBN 978-3-86648-154-1
Preis: 26,00 Euro