Harrison – eine Uhr zur Bestimmung des Längengrads

John Harrison (1693-1776) war eigentlich ein einfacher Mann. Er hatte nicht studiert, sondern war Schreiner von Beruf, der sich auch für Uhren und die Nautik interessierte, damals – wenn auch mit Lücken – eine der bedeutendsten Wissenschaften: Zwar ließ sich die geographische Breite mit Hilfe der Gestirne und eines Oktanten einwandfrei feststellen, doch wie sollte das mit der Länge geschehen? Dieses größte praktische Problem der Seefahrt ließ sich seiner Meinung nach durch eine sehr genau gehende Uhr lösen: Schließlich war klar, dass bei 360 Längengraden und 24 Tagesstunden jeder Längengrad exakt 1½ Stunden vom nächsten entfernt ist. 

Und so entwickelte dieser geniale Erfinder nach mehreren Anläufen schließlich die erste wirklich brauchbare Schiffsuhr  in Form einer Taschenuhr, die man heutzutage als Chronometer bezeichnen würde. Beflügelt wurde das Ganze durch den „Longitude Act“ aus dem Jahr 1714, bei dem die britische Regierung zur Lösung des Problems einen Preis in Höhe von 20.000 Pfund aussetzte, was umgerechnet 2.100.000 Euro ausmacht. Das Buch, äußerst spannend geschrieben und mit vielen Abbildungen versehen, schildert nicht nur die Biographie eines der bedeutendsten Uhrmacher aller Zeiten, sondern gleichzeitig auch die Gefahren der damaligen Seefahrt und vor allem in gut verständlicher Form die Entwicklungsgeschichte mechanischer Uhren, beginnend bei den frühesten Anfängen im 13. Jahrhundert. Ein sehr gutes Buch, und zwar nicht nur für Freizeitkapitäne, sondern gleichermaßen für Tauchsportler. Sehr empfehlenswert, und das vor allem im Zusammenhang mit einem weiteren Band zur Navigation aus dem gleichen Verlag: „Der Kompass“, siehe ebenfalls bei den „scubanova“-Rezensionen.
Wolfgang Freihen  
Jonathan Betts:
Harrison – eine Uhr zur Bestimmung des Längengrads
Harter Einband mit farbigem Schutzumschlag, Format zirka 19×20,5 Zentimeter
111 Seiten mit vielen Abbildungen
Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2009
ISBN 978-3-7688-2617-4
Preis: 18,00 Euro