Gefährliche Meerestiere erkennen

3. Auflage, Neuausgabe steht im Impressum. Das bedeutet für mich mehr als nur ein neues Titelbild und ein anderes Aussehen des Innentitels. Doch wenn ich das Buch durchblättere, sind alle Fotos genau die gleichen wie in der 2. Auflage, die Seitenzahl und die Texte sind ebenfalls gleich geblieben. Nur eine Überschrift hat sich verändert: Statt Blauring-Oktopus heißt es jetzt Blauring-Kraken – das allerdings nur auf S. 57. Im Inhaltsverzeichnis blieb dagegen das alte Wort unverändert, und auch bei „Deutschen Giftnotrufzentren“ entspricht der Stand nicht etwa dem der „Neuausgabe“, sondern dem der der 2. Auflage von 2005. Da geht also einiges ein wenig daneben…


Das allerdings Hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Dieses biologische Büchlein wartet mit sehr viel Fachwissen auf und ist im Allgemeinen recht gut gestaltet. Lediglich das Kapitel über die Riesenmuscheln will mir nicht so recht gefallen, denn selbst der Unsinn über ein Gipsbein, das mit Gewalt zwischen die Schalen gestoßen wurde, wurde in dieser „Neuausgabe“ nicht korrigiert: Zwar kenne ich nicht den zitierten Film, wohl aber den Ursprung zu dieser Idee: Die stammt vom „Großmeister“ unseres Tauchsportes, Hans Hass. Seine in Australien aufgenommene Bilderserie wurde seinerzeit in der Zeitschrift Quick Nr. 14 vom 5.4.1953 veröffentlicht. Da stand keine Sensationsmache dahinter, selbst wenn die Bilder auf den ersten Blick schaurig wirken, sondern es sollte lediglich der Wahrheitsgehalt älterer Berichte überprüft werden, hatte also völlig andere Intention als hier beschrieben.

Wer schon eine frühere Auflage dieses Buches besitzt, braucht es sich also nicht erneut anzuschaffen, für alle anderen ist es ansonsten recht lesenswert!

Wolfgang Freihen

Eichler, Dieter:
Gefährliche Meerestiere erkennen
Broschiert mit farbigem Titelbild, Format ca.12,5×19 cm
175 Seiten mit vielen Farbfotos
BLV Buchverlag, München, 2010
ISBN 978-3-8354-0661-2
Preis: 12,95 Euro